04/21/2021

Bellevue Asset Management Ltd

Wie sich China zum Epizentrum der Pharmaindustrie entwickelt

Die chinesische Pharmabranche ist im Wandel. Das Reich der Mitte zählt zu den grössten Medikamentenmärken der Welt – und ist auf dem besten Weg, zum globalen Innovations-Hub/Technologieführer zu avancieren.

Immer mehr internationale Investoren richten ihren Fokus im Zuge der Corona-Krise auf den Healthcare-Sektor. Die Pandemie legt die Schwachstellen des Gesundheitswesens offen und führt zu einem tiefgreifenden Umdenken der Anleger. Zu den Profiteuren dieses Prozesses dürfte sich insbesondere die Gesundheitsindustrie der Emerging Markets entwickeln – und als Absatzmarkt für Medizinprodukte zunehmend wichtiger werden.
 
Im Zentrum dieser Entwicklung steht Asien, wo die Gesundheitsversorgung mit denselben Herausforderungen konfrontiert ist wie in den Industriestaaten. Der wachsende Wohlstand führt bei Lebensstil und Ernährung zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. So lässt beispielsweise die schnell wachsende Zahl übergewichtiger Personen die Diabeteserkrankungen in die Höhe schnellen. Von den weltweit 400 Millionen Menschen, die von dieser Krankheit betroffen sind, kommt jeder Vierte aus China und beinahe jeder Fünfte aus ASEAN-Staaten wie Malaysia oder Thailand. Zugleich steigt mit der zunehmenden Alterung auch die Zahl der Patienten mit Krebs-, Nerven- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für die nationalen Gesundheitssysteme geht dies mit stetig steigenden Kosten einher, da immer mehr Menschen Zugang zu einer effizienten und kostengünstigen Behandlung erhalten müssen. 
Asien drängt nach vorne. Das hat die Corona-Krise einmal mehr widergespiegelt, als sich dort ansässige Firmen mit Lösungsansätzen an erster Stelle positionierten. Zugleich wurden viele positive Daten in anderen Bereichen veröffentlicht, die die Visibilität der Pipelines erhöht haben. Und schliesslich ist die Digitalisierung vorangeschritten, während disruptive Technologien kontinuierlich den Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessern.
 
Chinesisches Silicon Valley der Pharmabranche
Einer der weltweit grössten Medikamentenmärkte ist China. Verglichen mit vielen Industriestaaten liegen dort die Gesundheitskosten noch auf niedrigem Niveau. Zugleich zeigen der Auf- und Ausbau der Forschung und Entwicklung sowie die Herstellung von eigenen Präparaten immer mehr Fortschritte. Dies hilft Peking, einem wachsenden Bevölkerungsteil den Zugang zu bezahlbarer medizinischer Versorgung zu ermöglichen.
 
Im Rahmen eines langfristig angelegten Plans unterstützt der chinesische Staat über steuerliche Anreize und finanzielle Förderprogramme den Aufbau einer international wettbewerbsfähigen biopharmazeutischen Industrie. Im Mittelpunkt der chinesischen Gesundheitspolitik steht derzeit die effiziente Versorgung sowie der Ausbau eigener Innovationszentren, die mit finanziellen Anreizen gefördert werden. Zu den tragenden Säulen zählen drei grosse Innovationszentren: der Zhangjiang Hi-Tech Park in der Nähe von Shanghai, die BioBay Suzhou und das Innovationszentrum Shenzhen, das wegen seiner Heimat für Weltkonzerne wie Huawei als das chinesische Silicon Valley der Pharmabranche bezeichnet wird.
 
Beginn eines signifikanten Wachstumsmarktes
In den nächsten Jahren ist eine Vervielfachung der Umsätze bei innovativen Medikamenten im Reich der Mitte von 117 Mrd. Yuan in diesem Jahr auf 375 Mrd. Yuan in 2025 zu erwarten. Eine zentrale Rolle in diesem Zusammenhang spielen lokale Biotechfirmen, die von globalen Unternehmen als «Partner of Choice» für den Markteintritt in China gewählt werden, um dort die Entwicklung, Zulassung und Vermarktung ihrer Präparate voranzubringen. Zudem sorgen selbstentwickelte, innovative chinesische Medikamente zunehmend international für Furore und werden von Big Pharma einlizenziert.
Die derzeitige Situation ist vergleichbar mit der Situation in den USA Ende der 80er Jahre, als dort der Biotechboom, vorangetrieben durch wissenschaftliche Durchbrüche, ins Rollen kam. Mit anderen Worten: Chinas Medikamentenmarkt steht heute am Beginn eines signifikanten Wachstumsmarktes und ist auf dem Weg von «Me Too» zu «First in Class» bzw. «Best in Class».
 
Der asiatische Healthcare-Sektor ist aktuell sehr günstig bewertet und hat sich seit dem weltweiten Corona-Crash vor einem Jahr positiv entwickelt. Die BB Adamant Asia Pacific Healthcare-Strategie zeigte über verschiedene Marktzyklen hinweg eine bessere Performance als die breiten Indices. So übertraf der Fonds seit seiner Lancierung Ende April 2017 den MSCI Asia Pacific um über 50%. Der säkulare Aufwärtstrend in den asiatischen Gesundheitsmärkten sollte sich auch zukünftig fortsetzen – insbesondere dank der steigenden Innovationskraft in dieser Region, in welcher die strukturellen Gewinner von morgen bereits jetzt zunehmend für internationales Aufsehen sorgen.
 
Autor:
Oliver Kubli, Lead Portfoliomanager BB Adamant Asia Pacific Healthcare bei Bellevue Asset Management
Für weitere Informationen:
Bellevue Asset Management AG, Seestrasse 16 / Postfach, 8700 Küsnacht/Zürich,
Tanja Chicherio, Tel. +41 44 267 67 09, tch@bellevue.ch
www.bellevue.ch

Bellevue Asset Management
Bellevue Asset Management sowie die in Oberursel bei Frankfurt ansässige Schwestergesellschaft StarCapital sind Teil der Bellevue Group, einer unabhängigen, schweizerischen Finanzgruppe, mit Sitz in Zürich und Listing an der Schweizer Börse SIX. Bellevue wurde 1993 gegründet und zählt heute mit verwalteten Vermögen von über CHF 12 Mrd. zu den führenden Investmentboutiquen in den Bereichen Healthcare-Aktienstrategien, traditionelle und alternative Anlagestrategien.

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